State of the Word 2018

The State of the Word ist die jährliche Keynote-Rede beim WordCamp United States, die vom Mitbegründer und CEO von WordPress, Matt Mullenweg, präsentiert wird. In der diesjährigen Rede führt Matt WordPress wieder ein, einschließlich der vier Freiheiten, der Mission und einiger Hürden, die der neue Editor in WordPress 5.0 überwunden hat.

Wie schon im letzten Jahr hat Matt Mullenweg in seiner Rede „State of the Word“ über die Fortschritte des WordPress-Projekts in den letzten zwölf Monaten berichtet. Der deutliche – und im Voraus absehbare – Schwerpunkt lag auf dem neuen Block-Editor, der am 6. Dezember veröffentlicht wurde.

Der Block-Editor
Die erste Hälfte seines Vortrags verwandte Mullenweg also darauf, die Beweggründe für die Entwicklung des Gutenberg-Editors vorzustellen und einen kurzen Abriss der Möglichkeiten des Editors zu geben.

Der Zwischenstand, während wir uns auf das Ende von Phase 1 des Gutenberg-Projekts zubewegen: Zusätzlich zu den 70 Blöcken, die zusammen mit WordPress 5.0 ausgeliefert werden, sind inzwischen schon über 100 Blöcke von Plugin-Entwicklerinnen und -Entwicklern auf WordPress.org verfügbar.

Gutenberg Mobil

Die offiziellen mobilen Apps, die WordPress direkt von Android und iOS Geräten aus bedienbar machen, fristen ein Schattendasein. Die, von Automattic vor allem für WordPress.com entwickelten, Programme lassen sich zwar auch für selbstbetriebene WordPress-Seiten verwenden, unterstützten da aber ausschließlich den WordPress-Core, Plugins können hier bisher nicht direkt gesteuert werden.

Ab Februar 2019 soll zumindest der Gutenberg-Editor als erste Beta-Version Einzug in die mobilen Apps halten. Von Mullenweg während des Vortrags nicht erwähnt, wurde von Gary Pendergast, einem der Gutenberg-Projektverantwortlichen, am Vortag bestätigt, dass auch Drittanbieter Blöcke in der App-Version nutzbar sein werden.

Darüber hinaus ist der neue Editor selbstverständlich wie der Rest des WordPress-Interfaces komplett Responsive, lässt sich also auch über den Browser von Smartphones und Tablets bedienen.

Die nächste Herausforderung – Gutenberg Phase 2

Während sich die erste Phase der Entwicklung auf den Inhaltsbereich fokussiert hat, soll der zweite Abschnitt der Reise Gutenbergs Weg in den Rest der Seite ebnen. Namentlich: Widget-Bereiche und Menüs – und damit indirekt auch Themes.

Die Entwicklung für Widgets ist absehbar, sind unsere heutigen Widgets konzeptionell doch schon nah an Blöcken. Hier konnten wir während der Präsentation einen ersten Blick auf ein Mockup werfen, das eine mögliche zukünftige Integration zeigt.

Auch dieser Schritt leitet sich aus der ursprünglichen Motivation für den Gutenberg-Editor ab – unerfahrenen Benutzerinnen und Benutzern die Bedienung von WordPress einfacher zu machen. Bei Widgets lässt sich das durch das Zusammenlegen zweier ähnlich funktionierender Interfaces erledigen.

Mit Menüs wird dieser Schritt wohl etwas experimenteller ausfallen, bis eine optimale Lösung gefunden ist. Im einfachsten Fall könnten alle Funktionen des Menüs in einem Block zusammengefasst werden, der beliebig platziert und mit Live-Vorschau bearbeitet werden könnte.

Phase 2 des Projekts ist für 2019 geplant und wird, ähnliche wie Phase 1, über das Gutenberg-Plugin entwickelt, das interessierte Testerinnen und Tester dann auch nach dem Update auf WordPress 5.0 wieder aktivieren können.

Weiter in die Zukunft  – Phase 3 & 4

In einem Blick über das Jahr 2019 hinaus zeigt Gutenberg sein langfristiges Potential. Kollaboratives Schreiben und ein verbesserter Workflow nach dem Vorbild von Google Docs könnten in den nächsten Jahren Einzug in WordPress halten.

In Kombination mit den Neuerungen, die mit Phase 2 kommen sollen, wären dann Annotationen, Revision, Freigaben und gemeinsames Bearbeiten nicht nur für Blöcke im Inhaltsbereich, sondern für das gesamte Design der Seite verfügbar.

Nach diesen Änderungen – und damit nach dem Jahr 2020 soll der Fokus des Projekts auf einen Bereich gelenkt werden, der außerhalb des englischen Sprachraums schon lange erwartet wird. Eine offizielle Unterstützung für mehrsprachige Seiten.

Aktuell müssen wir dafür noch auf Plugins wie Polylang oder MultilingualPress zurückgreifen. Obwohl diese Plugins hervorragend funktionieren, hätte eine standardisierte Unterstützung seitens des WordPress-Core erhebliche Vorteile für einen Großteil der WordPress-Nutzerinnen und -Nutzer.

Fokus auf andere Themen

Während der letzten Monate lag der Fokus der Core-Entwicklung stark auf dem neuen Editor, die Arbeit an anderen Themen wurde deutlich zurückgefahren und teilweise sogar eingestellt. Dieser Fokus ist nach dem Update auf WP 5.0 jetzt aufgehoben und macht einigen spannenden Projekten Platz.

Autoupdates

Das System für automatische Updates des WordPress-Core ist eines der herausragenden Features des CMS. Bisher waren hiervon aber nur die kleineren Minor-Updates des Core abgedeckt. Nutzerinnen und Nutzer sollen in Zukunft die Möglichkeit haben, optional auch Major-Core-Updates sowie neue Version von Plugins und Themes automatisch zu erhalten.

Block-Verzeichnis

Analog zu den offiziellen Verzeichnissen für Plugins und Themes auf WordPress.org, sollen auch Blöcke ein eigenes Zuhause auf der Seite finden. Als Fernziel sollen neue Blöcke direkt aus dem Gutenberg-Editor heraus gesucht und installiert werden können.

Ticket-Offensive

Im WordPress-Trac, dem Ticket-System des WordPress-Projekts liegen aktuell über 6.500 offene Tickets. Viele davon haben einige Jahre auf dem Buckel und sollen in den nächsten Monaten etwas mehr Aufmerksamkeit erfahren.

PHP-Version

Lange Zeit war der Support alter PHP-Versionen ein Thema, über das in der Community heftig diskutiert wurde. Vor allem im Vergleich zu anderen Systemen war WordPress bislang extrem nachsichtig und unterstützt Stand heute noch 5.2.

Für das nächste Jahr steht nun ein Schritt an, der zugunsten vieler Seitenbetreiber mit alten PHP-Versionen bislang gemieden wurde. Ab April 2019 sollen nur noch PHP 5.6 und neuer unterstützt werden. Ausgehend von Effektivität und Rückmeldungen aus diesem ersten Schritt, könnte Ende 2019 eine weitere Anhebung auf PHP 7.0+ erfolgen.

Details dazu finden sich in einem Blogpost auf make.WordPress.org.

Weitere Themen, wie das Integrieren des Health-Check-Plugins in den Core, die während der Präsentation auf einer Folie zu sehen waren, aber nicht zur Sprache kamen, zugehören in der Zusammenfassung der 9 Projekte für 2019, ebenfalls auf make.WordPress.org nachgelesen werden.